Wochenarbeitszeit: asr fordert mehr Flexibilität für Beschäftigte und Betriebe
Berlin, 3. Juni 2026 – Der asr Allianz Selbständiger Reiseunternehmen – Bundesverband e.V. unterstützt die Forderung nach einer Modernisierung des Arbeitszeitrechts und spricht sich für die Einführung einer Wochenarbeitszeit aus. Aus Sicht des Verbandes bietet eine flexiblere Verteilung der Arbeitszeit Chancen für Beschäftigte und Unternehmen gleichermaßen.
Die mittelständische Tourismuswirtschaft lebt von Menschen, die täglich dafür sorgen, dass Reisen geplant, organisiert und durchgeführt werden können. Dazu gehören Reisebüros, Reiseveranstalter und zahlreiche touristische Dienstleister. Ihre Arbeit orientiert sich häufig nicht an starren Bürozeiten, sondern an den Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden sowie an den Anforderungen eines dynamischen Marktes.
„Arbeitszeitflexibilisierung kann Beschäftigten mehr Freiraum geben, Beruf, Familie und persönliche Lebenssituationen besser miteinander zu vereinbaren. Im Tourismus brauchen wir Rahmenbedingungen, die den Bedürfnissen von Mitarbeitenden und Unternehmen gleichermaßen gerecht werden“, erklärt asr-Präsidentin Anke Budde.
Gerade in der Tourismusbranche gehören saisonale Spitzen, kurzfristige Änderungen und unerwartete Ereignisse zum Alltag. Flugausfälle, Naturereignisse, politische Entwicklungen oder technische Störungen erfordern häufig schnelle Reaktionen. Gleichzeitig wünschen sich viele Beschäftigte mehr Gestaltungsmöglichkeiten bei ihrer Arbeitszeit, um Familie, Pflege, Ehrenamt oder persönliche Interessen besser mit dem Berufsleben verbinden zu können.
Der asr sieht deshalb in der Wochenarbeitszeit eine Möglichkeit, den unterschiedlichen Lebensrealitäten der Menschen und den betrieblichen Anforderungen besser gerecht zu werden. Dabei geht es ausdrücklich nicht um eine Ausweitung der Arbeitszeit oder eine Aufweichung bestehender Schutzrechte.
„Vielmehr soll die vorhandene Arbeitszeit innerhalb klarer gesetzlicher Grenzen flexibler gestaltet werden können. Davon profitieren Unternehmen ebenso wie Beschäftigte“, so Budde.
Besonders für mittelständische Unternehmen kann eine moderne Arbeitszeitregelung dazu beitragen, Arbeitsabläufe praxisnäher zu organisieren und gleichzeitig die Attraktivität der Branche als Arbeitgeber zu stärken. Der Fachkräftemangel bleibt eine der größten Herausforderungen für viele touristische Unternehmen. Flexible Arbeitszeitmodelle können ein wichtiger Baustein sein, um qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen und langfristig zu halten.
Der asr begrüßt daher die im Koalitionsvertrag vorgesehene Prüfung einer Umstellung von der täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit. Entscheidend ist aus Sicht des Verbandes, dass die Interessen von Beschäftigten und Unternehmen gleichermaßen berücksichtigt werden und die bewährten Regelungen zum Arbeitsschutz sowie zu Ruhezeiten erhalten bleiben.
Als Interessenvertretung des touristischen Mittelstandes unterstützt der asr gemeinsam mit zahlreichen Verbänden aus Tourismus, Gastgewerbe, Veranstaltungswirtschaft und Messewesen die Initiative des DEHOGA „Wochenarbeitszeit jetzt“.
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